Der Bürgerpreis 2010 in Bad Schlema

"Retten, helfen, Chancen schenken"

Der Ort war perfekt. Die Verleihung des Bürgerpreises 2010 fand gestern Abend im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Bad Schlema statt. Von dort waren in den vergangenen Tagen ehrenamtliche Mitarbeiter ausgerückt, um vom Hochwasser betroffenen Menschen zu helfen. Gestern wurden an gleicher Stelle Frauen und Männer aus dem Erzgebirgskreis gewürdigt, die sich ehrenamtlich um ihre Mitmenschen verdient gemacht hatten. Und dies sind mehr, als man oft wahrnimmt. "Ein Drittel der Menschen in Sachsen sind ehrenamtlich tätig" , sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig ( CDU ). Einer von Ihnen ist Frank Racz, Leiter der Feuerwehr Marienberg. Wie Bundestagsabgeordneter Günter Baumann ( CDU ) in seiner Laudatio betonte, habe dieser sich unter anderem besonders um die Jugendarbeit verdient gemacht. Er erhielt, genau wie die anderen Preisträger, 2000,- Euro.

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Racz nahm den Ball auf und hielt seinerseits eine Laudatio. "Hinter jedem Ehrenamtlichen steht eine Familie, die mitziehen muss. Sonst wäre das Ganze gar nicht möglich." Wie der spontane Applaus der zahlreichen Gäste zeigte, sprach er damit wohl allen aus der Seele. Die Feuerwehrleute haben sehr vielen Ehrenamtlichen eines voraus: In ihren roten Autos samt Blaulicht sind ihnen zumindest Aufmerksamkeit und leuchtende Kinderaugen gewiss. Die anderen Preisträger arbeiten dagegen mehr im Verborgenen. So wie der Ambulante Hospizverein Erlabrunn. Dessen 32 Helfer unterstützen Schwerkranke und Sterbende. "Es macht mich sehr stolz, dass die Hospiz-Idee, die vor einigen Jahren im Erzgebirge kaum bekannt war, jetzt gewürdigt wurde",

bedankte sich Wolfgang Zwingenberger. "Ich stelle es mir sehr schwer vor, Trost zu spenden, obwohl es einem vielleicht selber zum heulen ist", würdigte Landrat Frank Vogel ( CDU ) die Arbeit des Hospizvereins. Viel Kraft beweist auch jens Köhler, der für sein Angagement als Vorsitzender des Diakonischen Vereins "Neue Wege" in Zwönitz den Bürgerpreis erhielt. Vielen suchtkranken Menschen hat er neuen Lebensmut gespendet. "Sie haben als Einzelkämpfer und Zugpferd etwas aus dem Boden gestampft", lobte Bundestagsabgeordneter Marco Wanderwitz ( CDU ) Köhlers Verdienste. Den "Einzelkämpfer" wies der gläubige Christ freilich zurück. "Mein Chef, der Herr, gibt mir Kraft", betonte Jens Köhler. "Freie Presse-Geschäftstellenleiter Lars Renner hielt die Laudatio auf die beiden Gweinner des Sonderpreises der "Freien Presse". Diese wurden mit je 500,- Euro geehrt.

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Esther Bochmann aus Zschorlau wird das Geld sicherlich in Wolle anlegen. Die 81-jährige Zschorlauerin strickt seit 15 Jahren für hilfsbedürftige Kinder in Rumenien. "Dieses Jahr habe ich bestimmt schon 50 bis 60 Pullover gemacht", sagte Bochmann.

Die 500,- Euro kann auch der Verein Hoffnungsschimmer "Kleine Helden" aus Lugau gut gebrauchen. Denn fur Schwerstkranke Kinder soll ein Schloss entstehen. "Dafür müssen wir noch mehr als zwei Millionen Euro zusammenbekommen", hofft die Vorsitzende Kerstin Luther auf weitere Unterstützung.

Text Quelle: Freie Presse 14./15.August 2010

Fotos: Medien Service Uwe Zenker

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